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Löt- und Bastelprojekt
IC35 - Beleuchtung


Nachdem nun drei "NetClients" so einen IC35 haben, wurde irgendwann der Drang nach einer Hintergrundbeleuchtung laut. Das Gerät ist nämlich ohne ausgestattet und erlaubt schon bei lediglich "nicht optimalen" Lichtverhältnissen absolut kein Arbeiten oder Nachschlagen von Adressen.
locu hatte leider sein Display zerstört, aber gleich danach einen neuen IC organisiert. Somit hatten wir aber endlich ein Gerät zum gedankenlosen Herumbasteln übrig.
So kam es, dass StofF, unser Ober-Löt-Futzi einige Versuche mit Minitur-Lämpchen (1mm x 2mm) und SMD-LEDs unternahm, aber selbst extra-helle LEDs führten nicht zu einer akzeptablen Ausleuchtung. Die Bauweise des Displays konnte einfach nicht genügend Licht über die Seitenkanten aufnehmen.
Wieder vergingen einige Wochen, bis wir ein Angebot von Leuchtfolien entdeckten und gute Erfahrungen damit berichtet wurden...

Dies ist nun unsere Einbauanleitung für eine Hintergrundbeleuchtung im IC35. Ausgehend von der zur Leuchtfolie gelieferten Anleitung haben wir uns entschlossen, hier eine eigene Darstellung anzubieten, da wir, wie wir denken, einige Arbeitsschritte anders und auch besser lösen. Außerdem wollten wir das Ganze auch gleich noch besser und ausführlicher kommentieren.



 


So wird die Hintergrundbeleuchtung vom Anbieter geliefert: Kupferstreifen, Treiberbaustein, SMD-Schalter und die Folie an sich.


Nun also zum spannenden Teil:

Nochmal etwas Wichtiges vorweg: Alle Umbauten und Veränderungen, die am IC35 auf Grund dieser Anleitung durchgeführt werden, geschehen auf eigene Gefahr hin und führen logischerweise zum Erlöschen der Gewährleistung.
Wir übernehmen keine Garantie oder Haftung auf Erfolg des eigenen Umbaus oder eventuelle durch diese Anleitung hervorgerufenen Schäden an Software, Hardware oder Daten des bearbeiteten IC35. Dies hier ist lediglich eine Anregung und Hilfe. Man sollte sich immer bewusst sein, dass es einige Stellen beim Umbau gibt, die einiges Geschick erfordern und dadurch das Ganze auch sehr schnell nach hinten losgehen kann.


Nichtsdestotrotz soll dies keine Abschreckung sein, es ist schon ein gewaltiger Fortschritt dieses Gerät mit Hintergrundbeleuchtung nutzen zu können. Wenn man nicht zwei linke Hände hat, mit einem Lötkolben umgehen kann und in allen Arbeitsschritten Ruhe und Geduld bewahrt, stellt der Umbau kein Problem dar.

Wer sich die Aktion jetzt doch nicht zutraut, kann ja einfach mal StofF eine eMail schicken und nachfragen, ob er's noch "drauf" hat ;-)


Auf los geht's los:

Folgende Werkzeuge und zusätzliches Material werden benötigt:

  • Lötkolben
  • Cutter oder Teppichmesser
  • kleiner Kreuzschlitzschraubendreher
  • kleiner Seitenschneider
  • kleine feine Flachfeile
  • Bastelkleber für den Schalter
  • Ablageschale für alle beim Bauen anfallenden Kleinteile
  • Papier in Stücken zu 2x4cm (saubere Kanten)
  • ein Stück stabile Klarsichtfolie von der Größe des IC35 (Kopierfolie)

Bevor man sich an die Bauarbeiten macht, sollte man sicherheitshalber noch ein BackUp der Daten auf dem IC ziehen. Diese bleiben zwar in der Regel erhalten. Sicher ist jedoch sicher.
Zu allererst kann man den Lötkolben anheizen. Nun sämtliche Kartendummys, Batteriefachabdeckungen und Batterien entfernen. Dann, wie im Bild gezeigt, die 3 Schrauben am Boden des IC35 lösen.
Nun am Rande des Batteriefaches anfangen den Boden des IC35 nach außen aus der Verankerung lösen. Dies an der Seite mit dem Kontrastregler und der Computerschnittstelle fortsetzen. Nun müsste der Boden auch an der Vorderseite und der anderen Seite leicht zu lösen sein.
Jetzt sehen wir das Innenleben des IC35, welches sich aus zwei übereinanderliegenden Platinen zusammensetzt, die fast in der Mitte mit einem Steckverbinder verbunden sind. Um weiterzumachen, müssen wir zuerst das Folienkabel, das zum Display führt von der Platine lösen. Der Anschluss besteht aus einem Bügel, den man nach oben klappt. Dann geht das Flachkabel leicht herauszuziehen.
Nun können die 5 Schrauben, die die beiden Platinen festhalten, entfernt werden und danach die Prozessorplatine vom Rest des Gerätes abgehoben werden. Jetzt wird das Display vom IC35 getrennt, dazu klappt man den IC35 am besten zu zwei Drittel auf und löst die Scharnier-Schraube. Dann kann man das Display vorsichtig aus den "Angeln" heben.
Nun werden erstmal die Umbauarbeiten am eigentlichen Gerät weitergeführt, da hier der Kleber trocknen muss. Zuerst wird ein Befestigungsbolzen aus dem Gehäuse entfernt, da hier der Treiberbaustein seinen Platz finden soll. Dies geht entweder per Seitenschneider oder, wie im Bild zu sehen, mit einer Zange, die, wenn sie weitgenug unten angesetzt wird, nur hin und her bewegt werden muss, um den Bolzen zu entfernen. Die Öse an der Platine muss nicht entfernt werden, sie stört nähmlich nicht (dies wird dagegen in der mitgelieferten Anleitung empfohlen, wir lassen die Platine aber lieber ganz).
Zwischen Kontrastregler und hinterer Gehäusekante wird das Gehäuse für den Schalter vorbereitet. Dazu schneidet man mit dem Cutter ein Stück Seitenwand aus dem Gehäuse heraus. Hier muss man ein wenig probieren und nachbessern, bis die optimale Position für den Schalter gefunden ist. Wenn dieser ordentlich eingepasst ist, kann er verklebt werden.
Vielleicht macht man an dieser Stelle eine Pause (oder am nächsten Tag weiter), der Kleber muss vor dem Zusammenbau richtig ausgehärtet sein.
Nun wenden wir uns dem Display zu. Zuerst wird die Displayschutzscheibe abgezogen. Dies gelingt am einfachsten indem man am linken oder rechten Rand des Displays mit dem Cutter langsam und vorsichtig eine Ecke anhebt.
Jetzt kommen vier Schrauben zum Vorschein. Sie verbinden den schwarzen Displayrahmen mit dem eigentlichen Displaygehäuse. Das Lösen dieser Schrauben reicht aber nicht, um an das Display ranzukommen, Siemens hat hier, wie man auch später noch wiederholt feststellen wird, ganze Arbeit geleistet und alles doppelt und dreifach gesichert.
Das Gehäuse wird außer von den vier Schrauben auch noch durch Rastnasen zusammengehalten. Wenn man ganz vorsichtig vorgeht und geduldig ist kann man diese sogar ohne Beschädigungen lösen (locu hat's geschafft, StofF nicht). Sonst nimmt man eben beim Zusammenbau einfach den guten alten Kleber mit dem Nachteil, dass nochmaliges Öffnen um so schwieriger fällt! Außerdem hat man den Effekt dass der Kleber einfach die silberne Farbe löst aber nicht die Plasteteile hält... (StofF hat das Problem).

Die grundlegende Schwierigkeit beim verlustfreien Lösen des Rahmens ist, dass die Nasen nicht gleichmäßig verteilt sind, sondern mal am schwarzen Rahmen und mal an der Gehäuserückseite ihren Dienst tun. Am Einfachsten ist es, wenn man mit der sichtbaren Nase auf der Gelenkseite anfängt, diese zurückdrückt und den Rahmen zwischen den Gelenken mit einem Schraubendreher hochhält.
Nun kann man sich vorsichtig an die Seiten wagen. Im folgenden beschreiben wir eine Seite. Alle beschriebenen Verbindungen gelten analog für die andere Seite. Zuerst gibt es eine Nase fast am Gelenk. Diese befindet sich in der Rückwand und ragt nach außen in den Rahmen. Das heißt, hier muss der Rahmen irgendwie nach Außen gedrückt werden. Da dies nicht so einfach geht, wenden wir uns erstmal der zweiten Nase zu, die sich so ziemlich genau in der Mitte der Seite befindet. Hier jedoch genau andersherum. An dieser Stelle muss also vorsichtig der Rahmen nach innen gedrückt werden. Danach sollte sich auch die Nase am Gelenk lösen lassen.
Nun gibt es noch vier gleichmäßig über die ganze Länge verteilte Nasen an der Oberseite. Auch hier muss wieder der Rahmen nach innen gedrückt werden. Jetzt ist das Display weitgehend freigelegt und die Platine wird nur noch von zwei Schrauben festgehalten.
Um die Hintergrundbeleuchtung einzubauen, müssen wir das Display von der Platine trennen.
Dazu müssen zuerst die Displayzuleitungen an der langen Seite entlötet werden. Das ist der schwierigste Teil (Nummer eins). Oberstes Ziel ist hier, die Leiterzüge des Folienkabels intakt zu lassen, da sonst gleich mehrere Zeilen ausfallen (der Dekoder ist übrigens das Stück Silizium mitten auf dieser Folie). StofFs Trick ist es, unter die erhitzte Lötstelle ein Schnipsel Papier von hinten (also vom Dekoder) unterzuschieben und damit die Verbindung zu lösen. Zwei Hindernisse gibt es aber auch hier noch. Zwischen Löstleiste und Dekoder wird die Folie zu allem Übel von zwei Klebepads gehalten. Zweitens muss man aufpassen, fertig entlötete Kontakte nicht wieder anzulöten oder gar hin und her zu schieben, da sie sicher schnell abreißen. Wie immer darf man auch nicht zu lange rumfummeln; abbrennen ist eben eine schlechte Variante...
Wir hatten Gott sei Dank den kaputten IC35 zum Üben...

Erst wenn alle Kontakte entlötet sind, kann man das Folienkabel anheben und von den Klebepads lösen.
Bei allen folgenden Bauarbeiten sollte man darauf achten die Displayzuleitungen nicht mehr als nötig zu bewegen, da diese aus nicht gerade flexibelem Material sind und sehr leicht brechen bzw. reißen können. Auch dies führt zu einem irreperabelen Schaden am IC.
Theoretisch könnte man nun das Display von der Platine wegklappen. Sicher ist jedoch sicher, und so hat Siemens auch an dieser Stelle wieder für ausreichende Fixierung gesorgt. Display und Platine sind, wie man auf dem Bild sehen kann mit zwei großflächigen Klebepads verklebt.
Das ist nun der schwierigste Teil (Nummer zwei). Die Klebepads sind unheimlich groß und man muss aufpassen weder das Display noch die Platine zu zerkratzen oder zu zerbrechen.
Man fängt an der Seite ohne Kabel an, langsam mit einem Cutter die Klebepads zu durchtrennen. Unterstützend biegt man die Platine ein wenig weg. Dies sollte leichter gehen, wenn man das Ganze vorher ein wenig erwärmt. Auf der Kabelseite muss man aufpassen, dass das Kabel nicht beschädigt wird. Beim Lösen dieser Klebeflächen wird man sehr schöne Belastungseffekte auf dem Display sehen können. Diese sollten jedoch nach ein wenig Wartezeit wieder verschwinden ...


Wer soweit gekommen ist kann sich erstmal einen Kaffee kochen und ausruhen; der Rest ist wesentlich ungefährlicher und macht schon wieder Spaß.
Nun muss man noch die Reflektionsfolie vom Display entfernen. Hierzu löst man diese an einer Ecke vorsichtig vom Display und zieht sie mit einer Zange flach vom Display ab ohne allzuoft anzuhalten, da sonst verstärkt Schlieren auf dem Display zu sehen sind. Gut funktioniert das Ganze, wenn man das Display auf eine flache Unterlage legt und nur das Glas festhält. Es ist zusätzlich zu beachten, dass man nur die Reflektionsfolie und nicht auch noch die darunterliegende Polarisationsfolie abzieht (ist aber unwahrscheinlich). Die Reflektionsfolie ist in etwa so dick wie die Alufolie, klebt aber besser am Glas. Diese kann danach entsorgt werden, da die Leuchtfolie nicht lichtdurchlässig ist.
Das zerlegte Display sieht dann so aus.
Nun schneiden wir ein Stück Klarsichtfolie in Größe der Platine zurecht, welches als Isolator zwischen Folie (die arbeitet schließlich mit Hochspannung) und Platine dienen soll. Diese haftet ganz gut an den Resten der Klebepads. Man kann sich jetzt auch schonmal anschauen, wie die Leuchtfolie später hinter dem Display aussieht.
Nun bereitet man die Leuchtfolie vor. Um die Folie nicht unnötiger Hitze auszusetzen, lötet man die Kabel, die später mit dem Treiberbaustein verbunden werden (ca. 20 cm Länge), an die Kupferstreifen an, bevor diese auf die Folie geklebt werden. Des weiteren sollte man die Kontaktflächen auf der Folie vor dem Kleben mit einem Radiergummi etwas aufrauhen. Dann werden die Kupferstreifen aufgeklebt (Lötstelle neben die Folie) und passgenau abgeschnitten. Dabei sollte man darauf achten, die Kabel richtigherum an die Streifen anzulöten, und diese dann auch richtigherum auf die Folie kleben, sonst hat man später die Kabelenden auf einmal an der falschen Seite, und muss diese noch umständlich durch das Gehäuse legen. Also gleich auf der Seite anbringen wo auch das Folienkabel durch das Scharnier geht. Dann schneidet man den überschüssigen Reststreifen neben den Kontaktflächen auf der Folie ab, da sonst die Displayplatine später nicht wieder richtig im Gehäuse verschraubt werden kann.

Nun wird die Folie zwischen Display und Isolationsfolie gelegt und richtig zum Liegen gebracht. Dann wird das Display zugeklappt und die Zuleitungen werden wieder vorsichtig mit der Platine verlötet. Hierbei kommt die Lötnadel zum Einsatz. Auch jetzt sollte man wieder darauf achten, die ganze Sache nicht zu lange zu erhitzen.
Jetzt wird die Platine wieder ins Gehäuse gesetzt, die Kabel wenn nötig noch fixiert und in das Gelenk gelegt. Danach wird der schwarze Rahmen wieder auf das Gehäuse gesteckt (es darf kein Kabel stören und irgendwo zu einer Wölbung führen) und anschließend angeschraubt. Die Schrauben nicht zu weit drehen, da diese sonst durch den Deckel kommen und man dadurch schöne Erhebungen auf dem Deckel bekommt. Nun wird das Display eingehängt. Die Kabel im Drehgelenk dürfen natürlich nicht eingeklemmt werden.

Steckt man die zweite Platine testweise auf und schließt das Displaykabel schon mal an, kann man einen ersten Funktiontest des IC machen, und feststellen ob das Gerät an sich den Umbau überstanden hat.
Bevor man den Treiberbaustein einbaut, lohnt es sich dessen Ecken an der Spule mit der Feile abzurunden, damit das Displaykabel in der Enge des Scharniers nicht angepiekst werden kann. Dann werden die von der Leuchtfolie kommenden Drähte an den Treiber gelötet, und dieser in die Lücke unter dem Displaykabel gelegt.
Man lötet den Massedraht direkt an den entsprechenden Batterieanschluss an und der Schalter wird mit rotem Kabel in die Plus-Leitung gelötet.
Hat man alles ausprobiert, bleibt noch, alles wieder zu verschrauben, dabei aber bitte den kleinen Schließer für den Deckel und die IRDA-Abdeckung nicht vergessen.

Viel Spaß !